10 Jahre Hartz IV – Süddeutsche Zeitung am 27.12.2014

27.12.14 10 Jahre Hartz IV

Dazu ein Leserbrief eines unserer Mitglieder:

Leserbrief zum Thema.
Das Mini-Minimum (10 JAHRE Harz 4)
Vom 27.12.2014

Herzlichen Glückwunsch zu diesem treffenden Artikel. Bereits Überschrift trifft ins Schwarze: Das Menschen, egal was sie einst geleistet haben, plötzlich auf das unterste, soziale Niveau gestellt werden. Und das von einem Sozialstaat. Der sich laut GG dazu verpflichtet hat für Bürger seine Landes MENSCHENWÜRDIG zu sorgen, wenn diese aus welchen Gründen auch immer, es selbst nicht mehr können.

Sehr gut kam im Artikel der Tenor rüber, dass diese Menschen auch noch durch öffentliche Schmähung abgestempelt werden. Sie werden hingestellt, als würden Sie andere für ihr „Luxus-Leben“ arbeiten lassen. Ohne dabei zu hinterfragen, ob diese Menschen nicht auch bereits in das System eingezahlt haben. Die meisten haben das und sind somit keine Empfänger, auch keine Bedürftigen, sondern BERECHTIGTE!

Allerdings der Teil in dem beschrieben wird, dass die Bezüge unter das Lebensminimum gekürzt werden können, ist sehr milde ausgedrückt. Die Realität: Sehr viele Betroffene sind um 100% gekürzt – was auch IMMER die Abmeldung von der Krankenkasse und die Einstellung der Mietzahlungen bedeutet. Und nun? Jetzt hat der Betroffene kein Geld, keine Krankenkasse und keine Wohnung mehr. Das heißt nicht UNTER das Lebensminimum sondern KEIN Lebensminimum. Obwohl das Bundesverfassungsgericht bereits geurteilt hat, das ein Minimum nicht mehr gekürzt werden darf! Denn Minimum ist Minimum.

Konkrete Situation: Der Betroffene leidet unter einer chronische Krankheit, die lebensnotwendige Medikamente erfordert. Ein Rezept bekommt er ohne Versicherung nicht und selbst wenn er noch in der KV ist, die Zuzahlung von 1% (bei teuren Medikamenten kann das viel Geld sein) kann er dann nicht mehr leisten. Und dann? Kollateralschaden? Wenn Sie glauben das passiert nicht – stimmt nicht, es gibt genug Tote, wegen diesen perfiden Gesetzen, mit Namen: SOZIALgesetzbuch.

Im Artikel wurde auch von „zwiebeln“ gesprochen. Nein, hier wird nicht gezwiebelt, hier werden Menschen massiv schikaniert und seelisch krank gemacht. Darf man so etwas mit seinem Nachbarn ungestraft machen? Nein. Der zeigt einen irgendwann an und man hat die Konsequenzen zu tragen.

Wer trägt die Konsequenzen für die Harz4-Betroffenen und Gequälten und dadurch Ausgeschlossenen? Man sollte sich vor allem von Gedanken trennen, dass es sich dabei nur um Faule, Blöde und Besoffene handelt. Und selbst wenn, auch diese Menschen haben es nicht verdient Ihrer Würde beraubt und wie ein Zirkuspferd vorgeführt zu werden.
Das verbietet das SOZIALSTAATLICHKEITSPRINZIP!!!

Ariane Zirngibl
Ideenschmiede e. V.
Hilfe für sozial ausgegrenzte Menschen
73630 Esslingen a. N.

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